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Anfang   des   18.   Jahrhunderts   entwickelte   der   Jesuit   Alonso   Messia   Bedoya   in   Lima   aus   der   Betrachtung   der   Sieben   Letzten   Worte   eine   individuelle Andachtsform   für   den   Karfreitag.   Der   Brauch   verbreitete   sich   über   die   spanisch   sprechenden   Länder   in   Amerika   bis   nach   Europa.   Auch   Joseph   Haydn schuf   sein   berühmtes   Werk   für   eine   solche   Andacht   in   Cadiz   (Andalusien).   In   seinem   Vorwort   zur   Partitur   schreibt   Haydn   1801:   Es   sind   ungefähr fünfzehn   Jahre   her,   dass   ich   von   einem   Domherrn   in   Cadiz   ersucht   wurde,   eine   Instrumentalmusik   auf   die   sieben   Worte   Jesu   am   Kreuze   zu   verfertigen. Nach   einem   zweckmäßigen   Vorspiel   bestieg   der   Bischof   die   Kanzel,   sprach   eines   der   sieben   Worte   aus   und   stellte   eine   Betrachtung   darüber   an.   Danach stieg   er   von   der   Kanzel   herab   und   fiel   knieend   vor   dem   Altar   nieder.   Diese   Pause   wurde   von   der   Musik   ausgefüllt.   Dies   wiederholte   sich   bei   den folgenden   Worten   und   jedesmal   fiel   das   Orchester   nach   dem   Schluss   der   Rede   wieder   ein.   Dieser   Darstellung   musste   meine   Komposition   angemessen sein.   Die   Aufgabe,   sieben   Adagios,   wovon   jedes   gegen   zehn   Minuten   dauern   sollte,   aufeinander   folgen   zu   lassen,   ohne   den   Zuhörer   zu   ermüden,   war keine von den leichtesten. Die   Komposition   wird   hier   in   der   Fassung   für   Streichquartett   vorgestellt.   Sie   wurde   am   Palmsonntag,   den   17. April   2011   vom   Gesangverein   Frohsinn   und dem   philharmunic   quartett   mit Alexander   und   Eveline   Möck,   Burkhard   Sigl   und Arthur   Gebhardt   in   der   Pfarr-   und   Klosterkirche   in Altomünster   aufgeführt. Die   Worte   spricht   Pater   Michael   de   Koninck   OT,   der   seit   September   2008   Pfarrer   in   Altomünster   ist.   Die musikalische Gesamtleitung hat Alexander Maria Möck. Nach   dem   einleitenden   Chorsatz   "Vor   Deinem   Kreuz,   Herr,   will   ich   stille   werden"   von   Klaus   Heizmann werden   die   sieben   Worte   nacheinander   zunächst   vom   Chor   gesungen,   dann   von   Pater   Michael   mit schlichten Worten betrachtet und anschließend vom Streichquartett ausgelegt: 1. Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun (Lukas 23,34) 2. Fürwahr, ich sag es dir: heute wirst du bei mir im Paradiese sein (Lukas 23,43) 3. Frau, hier siehe deinen Sohn! Und du: Siehe deine Mutter! (Joh 19,26-27) 4. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Mk 15,34 und Mt 27,46) 5. Mich dürstet (Joh 19,28, wird nicht vom Chor gesungen) 6. Es ist vollbracht (Joh 19,30) 7. Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist! (Lukas 23,46) Nach   dem   siebten   Wort   erbebt   die   Erde.   Der   Instrumentalsatz   "Il   terremoto"   ist   mit   den   Worten   "Presto   e   con   tutta   la   forza   (sehr   schnell   und   mit   ganzer Kraft)" überschrieben. Danach tritt Stille ein und es ertönt die große Altoglocke der Kirche.
Altochor
Auftritte (Historie)
Klänge zur Passion am Palmsonntag 2011